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Südamerika – El continente peligroso?

– Der gefährliche Kontinent?

Von den Kriminalitätsstatisitken und den sehr kreativen Entführungsideen hatten wir ja schon berichtet – glücklicherweise rein theoretisch und ohne eigene Erfahrungen. Die letzten Tage haben uns jetzt allerdings eine andere Perspektive der „Gefahren“ des Reisens in Ländern des südamerikanischen Kontinentes eröffnet. Trotz der Tatsache, dass wir im letzten Jahr vor Aufbruch zu unserer Reise „bis unter die Augenbrauen“ (Zitat Arzt Tropeninstitut) geimpft wurden, hat es uns jetzt leider alle drei irgendwie erwischt:

Julia hatte ja schon vor etwa drei Wochen eine Multi-Infektion auszuhalten und ist noch immer nicht wirklich fit., weshalb sie einen großen Bluttest in Cusco machen ließ

Ben musste gestern – sozusagen fast direkt nach Ankunft im Heimatland – mit Fieber und Verdacht auf Malaria ins Krankenhaus (übrigens nicht nach Landsberg, da man dort „erstens keine Zeit und zweitens keine „Isolierungsmöglichkeiten“ habe“ (Zitat Personal Klinikum LL) – die kennen wohl den Unterschied zwischen Malaria und Ebola nicht), sondern nach Großhadern, wo man ihn auf die Intensivstation packte – glücklicherweise grundlos

Stephan ließ sich in Lima genauestens durchchecken, da erihm bisher unbekannte Schmerzen spürte

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So verbachte die eingeschweißte Reisetruppe – zwar auf unterschiedlichen Kontinenten, aber zeitgleich – seeeeehr viel Zeit in Krankenhäusern…

Erkenntnis: Die dünne Höhenluft ist zumindest Julia und Stephan nicht bekommen, weshalb wir nicht wie geplant weiter nach  Arequipa (2500 Meter Höhe) und zum Lake Titicaca (4000 Meter Höhe) reisen werden, sondern unseren Plan umgestellt haben und die verbleibenden Tage in Lima und an der Nordküste Perus ruhig angehen werden. Ben wird hoffentlich ganz bald wieder gesund und kann zu Hause wieder in den Alltag starten…

Merke:

Impfungen und Reiseapotheke, schön und gut,

zum Reisen gehört trotzdem ganz viel Mut,

kann einen vieles doch ereilen,

und dann muss man in Kliniken verweilen!

Doch will man mehr als Mallorca und Sylt sehen,

muss man das Risiko nun mal eingehen!

So erlebt man am anderen Ende der Welt

wie viel Behandlung man bekommt für sein Geld…

Drum merke, willst du Südamerika erleben,

einfach immer gut auf dich achtzugeben!

Dann kommst du hoffentlich gesund zurück,

und das ist schon ein großes Glück;-)

 

 

 

 

 

 

Cusco – Cultural und Culinary Hotspot of Peru

Cusco, das kulinarische und kulturelle Zentrum Perus.

Hier gründeten die Inkas die Hauptstadt ihres riesigen Imperiums, und hier treffen die unterschiedlichen Strömungen der Bergbevölkerungsgruppen  der Anden aufeinander. Ein aufregender Mix aus präspanischen Gebäuden und Plätzen, Conquistadores-Prachtkirchen, engen Gassen und farbenfrohen regionalen Trachten (und einer Christus-Statue – sehr tröstlich, da wir es ja jetzt nicht mehr zur „echten“ Christo-Statue nach Rio schaffen werden)

Wir hatten das Glück, gleich direkt in eine Art Kinderfest zu zu stolpern, im Zuge dessen die Heimatgruppen der umliegenden Anden-Dörfer in ihren jeweiligen traditionellen Keidungsstücken zu ihren Heimatmelodien tanzten und kleine Aufführungen für die – übrigens fast ausschließlich einheimischen Zuschauer, darboten.

Wie es in Südamerika so üblich ist, wurde dafür gesorgt, dass niemand hungern musste – zahlreiche Frauen gingen mitLollies, Chips, einer Art peruanischem Popcorn und selbstgemachtem Apfelkuchen durch die Menge und boten ihre Waren für je 1 Nuevo Sol feil – eine Chance, die wir drei Feinschmecker uns natürlich nicht entgehen lassen konnten!

An diesem Abend sollte dieser kulinarische Genuss auch noch seinen ultimativen Höhepunkt finden: Ben lud uns anlässlich seines bevorstehenden Abschiedes und der Rückreise nach Deutschland in Cuscos bestes Restaurant ein – Cicciola, bei dem man Fine Dining zum gleichen Preis bekommt wie Spaghetti Bolognese in den Touristenfallen des Sacred Valley;-) Und so schlemmten wir uns durch vorzügliche Tapas (gefüllte Octopussy, Alpaca-Carpaccio, Avocado-Tomate-Salat, Ziegenkäse-Aubergine-<Röllchen etc),

 

vorzügliche Alpaca-Steaks

und mouthwatering Nachspeisen (Ben orderte ein Schokomousse mit Meeressalz – einfach geil – und ich bekam Bratäpfel in Ingwer-Zimt-Sauce- feeeeeeeiiiiiiiiin!)

So fand unsere insgesamt fast 7-wöchige gemeinsame Reisezeit ein absolut angemessenes Ende – Auf die nächste Reise!!!

 

Sacred Valley – Straßenverkehrsordnung auf peruanisch

Wie berichtet hatten wir ja das große Vergnügen – wenn nicht gar das Privileg -mit dem jungen Jorge durch das Heilige Tal zu reisen. Neben der Tatsache, dass er ein sehr redefreudiger und aufgeschlossener Mensch ist (Stephan „dürfte“ sich stundenlang mit ihm unterhalten – Ben und ich sind echt beeindruckt, wie fließend er auf „Castalleno“ kommunizieren kann) zeigte er uns auch eindrücklich, wie das mit dem Autofahren und der Straßenverkehrsordnung in Peru so ist, Zudem erfuhren wir auch – ganz nebenbei – noch einiges über die brandaktuellen Themen „Korruption“ und „Viehzucht“ (und zwar in dieser Priorisierung).

Erste „Episoda Loca“ – Wir sitzen im Auto, Stephan und Jorge quatschen, Julia verfolgt angeregt die Konversation (verstehen fällt momentan noch leichter als selbst formulieren), Ben sucht (mal wieder;-) aufgeregt seinen Pass. Jorge lässt sich von der Hektik ein bisschen ablenken – sprich, er schaut lächelnd-interessiert über die Schulter nach hinten – und da ist es schon passiert – eines der zahlreichen hier herumhüpfenden Schweine ist ihm direkt vor das Auto gelaufen. Einen Moment lang glauben wir, dass es hoffentlich diekt zwischen den Reifen durchgekommen ist, dann gibt es ein furchtbares Geräusch, und wir schleifen das arme Tier anscheinend an der Stoßstange einige Meter weiter. Jorge hält an, steigt aus, wir alle gleich mit – ich den Tränen nahe, Ben und Stephan auch sehr betroffen. An der Straße haben sich viele Menschen versammelt, die in diesem Dorf leben, und Jorge, der das Schwein an den Straßenrand schiebt, diskutiert aufgeregt etwa 20 Sekunden mit ihnen, bevor er uns andeutet, wieder einzusteigen, um weiterzufahren. Das „Problem“ scheint gelöst – Stephan glaubt, seinen Worten entnehmen zu können, dass er keinen Ersatz für das Tier an den Bauer leisten muss, weil der das Schwein heute abend dann schlachten wird (Heute abend – wie schrecklich, das arme Tier so lange leiden zu lassen – aber leider können wir nichts tun)…

Episoda Loca 2: Nur wenige Kilometer später wird Jorge plötzlich ganz ruhig und fährt an den Straßerand. Er erklärt uns, dass da vorne eine Kontrolle der „Trafico“ ist und er eigentlich ja keinen Passagierbeförderungsschein hat (war uns schon klar, er ist ja schließlich nur Student und kein Taxifahrer;-) Seine Lösung: Wir sollen aussteigen, mit unseren Sachen einfach durch die Kontrolle laufen, und einen Kilometer später oder so nimmt er uns dann wieder auf – Ah ja;-) Aber es hilft nichts, genau so machen wir es, fallen zwar an der Kontrolle als weiße Touris, die zu Fuß unterwegs sind, auf wie bunte Hunde, aber schließlich errecihen wir tatsächlich einen nicht einehbaren Punkt am Straßenrand, an dem Jorge auf uns wartet -übrigens lustigerweise noch mit einem anderen Passagier, einem Kumpel, der auch grad in unsere Richtung will…

Episoda Loca 3: Einige Städte weiter dann – oh je, schon wieder eine Verkehrsontrolle. Jorge glaubt wohl, dass es diesmal kein Problem sein sollte, weil eine andere Abteilung der Polzei und nicht die „Trafico“ diesen Straßenstopp überwacht, und fährt einfach durch. Aber natürlich glaubt ihm niemand seine Geschichte von drei weißen Freunden (wobei wir so viel gequatscht haben und uns so gut verstehen, dass das schon fast wahr ist) und so wird er ins Präsidium zitiert. Wir sitzen im Auto und machen uns furchtbar Sorgen, was jetzt wohl mit ihm – und auch mit uns – passieren wird. Einige Zeit später kommt er wieder und fragt, ob wir 5 Soles (1,50 Euro) haben. Wir geben sie ihm und wundern uns, was für ein Strafzettel nur 5 Soles kostet??? Aber als er grinsend wieder einsteigt, erklärt er uns alles – die Polizei oollte gerade alles genauer unter die Lupe nehmen, als dem zuständigen Herren eingefallen war, dass er für 5 Soles eigentlich keine Zeit für so etwas habe – Jorge meint, so etwas sei hier an der Tagesordnung. Mini-Korruption kennen wir ja schon aus Kambodscha, wo man uns je 1 Dollar „Gebühren“ für die Einreise-Untersuchung und die Einreise-Unterlagen – abgenommen hatte, und an und für sich sind die Beträge ja auch lächerlich – aber: Es ist eben nicht nur der Verkehrspolizist, der über die Touris im Nicht-Taxi hinwegsieht, sondern eben auch der Drogenkontrolleur, der sich am Gewinn beteiligen lässt, bis hin zum hohen Politiker, der beispielsweise die Zuglizenz nach Machu Picchu an die bestschmierende Zuggesellschaft aus Chile vergibt…. Und so wird die Korruption zu einem riesigen Problem, das die Gesellschaft unterminiert und Regeln und Gesetze außer Kraft setzt…

 

 

 

Machu Picchu am Muttertag!!!

——No  comment ——

 

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MACHU PICCHU – Mucho Majestico, Mucho Mystico, Mucho Turistico

… oder auch: Der teuerste Tag unserer ganzen Reise;.)

Aber, gleich mal vorweg: Es war wirklich außergewöhnlich geil!

Machu Picchu, eines der „Neuen sieben Weltwunder“, liegt auf einer Höhe von 2400 Metern zwischen dem Huyana Picchu und dem Machu Picchu mitten in den Anden.

Diese legendäre Stadt der Inka, in der zu Blütezeiten bis zu 1000 Menschen gelebt haben sollen und die durch zahlreiche Pfade, die so genannten „Inka Trails“ mit der Inka-Hauptstadt Cusco verbunden war bzw. ist,  wurde glücklicherweise von den spanischen Conquistadores im 16. Jahrhundert nicht entdeckt und konnte so – quasi unbeschadet – die Jahrhunderte überstehen, bis sie 1911 wiederentdeckt wurde. (Fun Fact: Eigentlich hatte wohl ein Deutscher das Areal schon Ende des 19. Jahrhunderts zum Goldschürfen betreten, aber die Ruinen nicht gefunden bzw. nicht wahrgenommen weil sie vom Urwald total überwuchert waren und er nur an dem wertvollen Edelmetall interessiert war…)

Machu Picchu gilt als Hauptziel des Toursimus in Südamerika und stellt den Höhepunkt jeder Peru-Reise dar – und ich glaube, dieser Aussage können wir uns nur anschließen – es ist schon außergewöhnlich, nach einer zweistündigen Bahnfahrt durch die Anden

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und einer rauen Busfahrt den Berg hinauf dann diese majestätischen Ruinen zu erblicken!

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Noch schöner und erhebender muss es wohl sein, den Weg hierher zu Fuß auf dem Inka-Trail zurückzulegen – 42 Kilometer über Bergpässe und Schluchten – aber dafür waren wir leider – insbesondere ob meiner Krankheit – einfach nicht fit genug (vom zeitlichen Faktor und der monatelang im Voraus nötigen Reservierung, weil die Anzahl der Menschen, die zur Wanderung auf den Inkatrail zugelassen werden, kontingentiert wird, nicht zu reden). Aber keine Sorge – auch ohne diese Wanderung auf dem Inka-Trail verbringt man viele viele Stunden damit, auf den Hang über der Stadt und zum Sonnentor zu klettern

oder in der ausgedehnten Stadt- und Tempelanlage herumzustreifen und sich einfach beeindrucken zu lassen.

Mucho Turistico ist es natürlich schon, darüber darf man sich keinen Illusionen hingeben: Zwar ist die Besucherzahl auf dem Gelände- auch wegen des Drucks der UNESCO – auf 2000 Menschen am Tag begrenzt, aber diese Zahl wird auch ausgeschöpft – und zwar jeden Tag des Jahres, nicht nur zur Hochsaison im Juli und im August.  Deshalb sind Reservierungen schon monatelang im Voraus vorzunehmen… So pressen sich die Touristenmassen also vor allem zwischen 10 Uhr morgens und 14 Uhr nachmittags durch die Ruinen – am liebsten übrigens in Neonfarben, um Stephan beim Fotografieren zur absoluten Weißglut zu treiben – und lassen sich von unterschiedlich hoch qualifizierten Tour Guides etwas über die Geschichte Machu Picchus erzählen (was übrigens insgesamt recht haltlos ist, da man aus archäologischer Sicht kaum Fakten über diese Inka-Stadt kennt).

Auch die Preise spiegeln den Status als „die“ Sehenswürdigkeit Südamerikas wider – ein Ticket kostet 45 Euro (womit man ja gerade noch leben kann), die Zugfahrt hierher (übrigens mit die einzige Möglichkeit, an diesen Ort zu gelangen) schlägt mit unfassbaren 120 Dollar (pro Mann) zu Buche – da tröstet einen auch das Freigetränk an Bord nicht wirklich … Aber so what – wir wollten Machu Picchu unbedingt sehen, wenn wir in Peru sind, und wir werden höchtswahrscheiblich in unserem Leben nicht nochmals hierher kommen……

Majestätisches, mystisches Machu Picchu – wir werden dich nicht vergessen!

Heiliges Tal – Ruinen über Ruinen

Nein, wir hatten noch nicht genug – und bevor es morgen zu einer der berühmtesten Ruinen der Welt geht – Macchu Piccu – wollten wir uns noch die volle Dröhnung geben (und außerdem unser teures Bolleto Turistico nutzen) und besichtigten deshalb die drei Haupt-Inka-Ruinen im Heiligen Tal – Mayor, Chichen und Ollantaytambo.

Unser Fahrer- ein Student, der das „nebenberuflich“ für die Touris macht (eigener Artikel hierzu folgt;-) – konnte nebenbei glücklicherweise auch die Rolle des Führers übernehmen, und da unser Spanisch mittlerweile cht gut ist;-), haben wir mindestens die Hälfte von dem verstanden, was er uns zu den jeweiligen Orten erklärt hat;-)

Los ging es morgens um 9 Uhr nach einem südamerikanischen Frühstück (=süße Semmeln, absolut eklg riechende Wurst, extra zu zahlende Rühreier), und zwar direkt mit den Ruinen in Chichen, die etwas ganz Besonderes sind, da sie erstens direkt an einer wunderschönen Hangebene gelegen ist und die Conquistadores hier einfach – ohne jeglichen Respekt vor der Kultur der indigenen Bevölkerung – ihre Kirchenanlagen darauf gebaut haben.

Im Anschluss daran ging es über eine Huckelpiste – vorbei an indigenen Frauen, einigen Eseln und einer salzgeilen Schafherde –

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zu den Ruinen von Mayor, die auf den ersten Blick wirken, als ob sie von Außerirdischen als Landeplatz für ihre UFOs entwickelt worden wären.

20150510_045926 20150510_050001In Wahrheit weiß man zwar, dass diese in herrlicher Kulisse vor verschneiten 6000ern gelegenen Konstruktionen von den Inkas stammen, es gibt jedoch verschiedene Theorien, weshalb diese kreisrunden Gebilde angelegt wurden:

1. Astrologischer Kalender mit 12 Monaten und 7 Tagen

2. Antikes Inka-Versuchs“labor“ für Anbauversuche unterschiedlichen Saatguts

3. Atahualpas Swimming Pool;-)

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Nach diesen sehr spannenden Überlegungen  brahchte uns Jorge erst mal in ein einheimisches Lokal, in dem wir für 6 Soles pro Mann (etwa 1,80 €) ein ganzes Mittagsmenü bekommen wollte. Wir freuten uns – so wenig Geld für ein gazes Menü! Die Freude währte allerdings nur kurz – spätestens, als wir sahen bzw. erklärt bekamen, was es zu essen gab, entglitten unsere Gesichtszüge: Traditionelle Suppe mit Schafsmagen, Musekelfleisch vom Stier oder Ziegenfuß mit Reis, Himbeer-Gelatine-Götterspeise…

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Wie ihr euch vorstellen könnt, haben wir uns besonders die Schafsinnereien in der Suppe schmecken lassen;-) Aber wir waren mächtig stolz auf uns, weil wir schon wieder tapfer einheimisches Essen probiert und auch gegessen hatten – heute abend freuen wir uns aber auf eine Touristen-Pizza!

Bevor wir alleridngs in den gemütichen Teil des Abends starten konnten, stand noch die schönste und beeindruckendste Ruine – die des Inka-Forts in Ollantaytambo – auf dem Plan. Hier liegt – eigentlich direkt neben dem Dorf – an einem Berghang, nur über etwa 200 Stufen zu erreichen, ein prächtiges Gebilde, von dem aus man einen unfassenden Blick über das Tal genießen und nahende Feinde schon von Weitem erahnen kann.Hier kletterten wir stundenlang herum, um sowoh die Atmosphäre als auch das sonnig-windige Wetter zu genießen,

bevor wir uns an den Abstieg machten und müde und hungrig, aber total begeistert von den Kulturschätzen Perus, in unser Hostal gleich hier in „Ollanta“ eincheckten, da von hier aus morgen früh um 06:40 der sauteure Zug nach Macchu Picchu fährt und wir diesen auf keinen Fall verpassen wollen!

 

 

 

 

Pizaq – Ruinenwanderung in den Anden

Trotz der dünnen Höhenluft und der leicht angeschlagenen Gesundheit konnten wir uns bei dem tollen Setting heute nicht beherrschen und besuchten die Ruinen von Pizaq  –

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natürlich mit dazugehörigem Absteig aus 3800 Meter ins Dörfchen auf etwa 2900 Metern…

Hier oben befanden sich einst sowohl Wohnstätten als auch Tempelanlagen der Inkas

– ebenso wie Terrassen, auf denen Mais, Kartoffeln und Quinoa angebaut wurden.

Der Tempel beherbergt in diesem Fall sogar eine Rarität – hier ist ein riesiger Felsbrocken untergebracht, von dem die Inka glaubten, dass an ihm die Sonne festgemacht sei (als oberste Götter verehrte diese frühe Hochkultur übrigens den Gott der Sonne (männlich, auf Quecha „Inti“) und den Gott bzw. die Göttin des Mondes (in dem Fall natürlich weiblich, auf Quecha „Quiera“).

Auch die anderen Bauten faszinieren sowohl durch ihre Konstruktion als auch alleine durch das Wissen, dass sie schon so alt und trotzdem so gut erhalten sind – aber seht selbst…

Das Panorama war einfach einmalig

– und die Wanderung ins Tal – nachdem es erst einige hundert Meter bergauf ging (prust/ächz- „Julia, das waren doch nicht einige hundert Meter!“ „Doch, gefühlt schon!“)) -einfach unbeschreiblich schön…

Ein traumhafter kulturträchtiger Tag in den Anden!

Picaz – In Peru, in Peru in den Anden, fliegen Ben,Steph und Ju, wollen landen…

Wie gesagt- eigentlich wollten wir ja mit dem Bus nach Cusco fahren – aber seitdem wir wissen, dass die Busfahrt etw 25 Stunden gedauert und fast das gleiche gekostet hätte (wo sind eigentlich die Zeiten hin, als wir für 35 Euro durch ganz Vietnam gekommen sind???) , wollten wir dann doch fliegen, und dieser Flug war mit einer der spannendsten unseres Lebens:

Erstens war es nur eine recht kleine Maschine mit etwa 100 Passagieren, und zweitens fiel die Landung mitten in den Anden auf einer sehr kurzen Landebahn

in Cusco zwar nicht holprig, aber abenteuerlich aus, obwohl der Pilot seine Sache hervorragend machte.


Direkt vom Flughafen aus bestiegen wir dann einen Shuttle ins Heilige Tal – was noch mal 500 Meter tiefer liegt als Cusco und uns dementsprechend die Anpassung an die Höhenluft hier erleichtern soll. Das kleine Dörfchen Picaz war unser Ziel – eine winzige Siedlung  zwischen beeindruckenden Bergen,

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am Flüsschen Urubamba, wo die Menschen, trotz des Tourismus, noch relativ ursprünglich leben (Ja, es kommen wirklich ganze Familien in traditionellen Gewändern vorbei, und die Kids sitzen hinten auf dem Rücken in bunten Inka-Tragetüchern – wie aus dem Katalog, nur in echt!!!)

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Hier besuchten wir an einem Tag den berühmten Markt, auf dem peruanische Stoffe und Kuntshandwerk angeboten werden.

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Neben den wunderschönen Dingen, die vor allem Julia extrem zum Kaufen reizen („Mann, wenn man hier nur zwei Wochen auf Urlaub wäre!!!“) entdeckten wir auch einen Innenhof mit einem Ofen aus dem 19. Jahrundert, in dem alle möglichen Einwohner des Dorfes ihre Speisen zubereiten lassen

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und wo man hervorrgende Empanadas (und Meerschweinchen,an die haben wir uns aber kulinarisch noch nicht rangetraut)

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bekommen kann. Am frühen Nachmittag wurde hier dann auch das Halbfinale der Championsleague FCB gegen FCB übertragen, und so sahen wir die nervenaufreibende Partie inmitten südamerikanisch-feuriger Fußballfans, die natürlich alle für Barca waren und die Jungs auf spanisch anfeuerten.

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Man muss aber auch sagen, dass sie uns am Ende für die Loser-Bayern ausgiebigst bedauerten…;-)
Abends aßen wir dann noch sehr abenteuerlich in einem Lokal, in dem südamerikanisch-asiatische Cross Cuisine angeboten wird: Ben verspeiste Alpaca-Spieße und dann Kashmiri-Ravioli, Stephan probierte ein Inka-Thai-Curry und Julia – die Gewinnerin  des kulinarischen Lottos – schnabulierte mit Alpaca gefüllte Ravioli auf Maracuja-Wein-Sauce – Mjammmmmmmm….

Huacachinca – Eine Oase in der Wüste

Von Nazca aus schlugen wir uns heute wieder Richtung Lima – und hatten dabei einen wuderbaren Stopp im Auge: Huacachinca, das Oasenparadies mitten in der Wüste.

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Hier herrschen angenehme 28 Grad, ein leichtes Lüftchen weht, und die gesamte kleine Stadt konzentriert sich um ein fast kreisrundes, palmengesäumtes Wasserloch.

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Um die Siedlung herum liegen riesige Sanddünen, die man hochklettern und von denen aus man einen herrlichen Sonnenuntergang beobachten kann.

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Wir genossen unseren Aufenthalt hier in vollen Zügen – ich beim Bummeln und Shopping (Eine Handtasche – das muss auch mal sein! Hab mir seit Monaten nichts für mich selbst gekauft!),

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die Jungs bei einer adrenalingeladenen Sandbuggy-Tour inkl. Sandboarden  (bei denen sie nachher einstimmig kommentierten: „War schon gut, dass du nicht mitgekommen bist – das hätte dir nicht gefallen!“ )

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Außerdem konnten wir endlich das Küstennationalgericht „Ceviche“ probieren – roher Fisch in einer Marinade aus Zitrone und Chilli – – unser gemeinsames Urteil: Interessant!

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Nazca – Eines der größten Geheimnisse der Menschheit

Die Nazca-Linien – ein viel erforschtes, doch immer noch nicht geklärtes Phänomen. Hierbei handelt es sich um geheimnisvolle Zeichen, die vor fast 1500 Jahren – auf welche Weise und von wem auch immer- in den Wüstenboden hier in Nazca, Peru, geprägt wurden. Zahlreiche Verschwürungstheorien bzw. Fantasien ranken sich darum – sind die Linien Hinterlassenschaften von ALiens, die einstmals die Erde besuchten?Oder heilige Zeichen der Früh-Inkas, um ihren Göttern zu huldigen? Oder oder oder…

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Viele Wissenschaftler – undter anderem die Deutsche Maria Reiche – haben diesen faszinierenden Bildnissen ihre Aufmerksamkeit gewidmet, ebenso wie tausende von Touristen, die jedes Jahr dieses kleine Städtchen „heimsuchen“, um die Linien persönlich zu bestaunen und eine eigene Theorie zu ihrer Entstehung und zu der dahinterstehenden Motivlage zu entwicklen. Und dazu gehören wir natürlich auch, sind wir doch erstens gerade in Peru und zweitens mit zwei Trekkies unterwegs (also präzise – ich als normale Person bin mit zwei Voll-Nerds unterwegs), weshalb potentiell außerirdische Zeichen natürlich genauestens unter die Lupe genommen werden müssen.;-)

Also stiegen wir – alle drei, weil ich mich wider besseren Wissens mal wieder von meinem eigenen Mut überholen ließ

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– am Flughafen in Nazca

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(nachdem wir genauestens abgewogen wurden, ob wir in eine Cessna passen würden und nicht etwa zu schwer wären

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in eines der zahlreichen Kleinflugzeuge, die in Nazca bereitstehen, und flogen hinauf, um in etwa 300 Metern Höhe die Figure von oben zu betrachten (was der einzige Weg ist, alle der insgesamt 12 erhaltenen und benannten Figuren richtig sehen zu können).

Erst lief es auch ganz gut, und ich entspannte mich, war ich ja schließlich als Kind schon öfter mit kleinmotorigen Maschinen geflogen , aber dann begann das „Sightseeing“, und da die Piloten wollten, dass wir eine richtig gute Sicht auf alle Figuren bekamen, wurde kurzerhand das Flugzeug in die eine oder andere Richtung „gedreht“, so dass wir in Schieflage über die Wüste düsten und dabei, weil man dann die Figuren aus allen Winkeln sehen kann, auch noch wilde Kurven machten…

Stephan und Ben fanden es klasse- für mich war es der reine Albtraum. Bald hatte mein Gesicht die Farbe meines Kleides angenommen, und ich wünschte mir nur noch, diesen Kamikaze-Flieger und die bescheuerten Nazca-Linien endlich hinter mir lassen zu können.

20150505_021416Trotzdem tat ich das einzig richtige und schaute aus dem Fenster, denn sonst wäre mit wirklich sehr interessante Bildnisse direkt unter mir entgangen, die schließlich ja auch zum Weltkulturerbe zählen und die ich so in meinem Leben wahrscheinlich nicht wieder zu Geischt kriegen werde.

Nach etwa 30 Minuten hatte ich es dann geschafft, und nach einer erstaunlich sanften Landung hatte ich wieder festen Bden unter den Füßen (den ich am liebsten sofort Papst-mäßig geküsst hätte, aus lauter Dankbarkeit, der Motion Sickness nun endlich entrinnen zu können). Stattdessen machten wir noch einige Fotos von unserem kleinen Gefährt,

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bevor wir zum Abschluss unserer Nazca-Tour noch zu dem einzigen Aussichtsturm fuhren, der mitten in der Wüste steht und von dem aus man die Figuren „Manos“ sowie „Arbes“ en détail genießen und sich auch damit fototechnisch verewigen kann. ..