Cartagena de Indias – Kolumbianische Karibik

Nach einem sehr angenehmen (weil sehr kurzen) Flug (wer sich wundert – was, die fliegen schon wieder? Dem sei gesagt: Ja, und erstens haben wir uns das auch schwer verdient (siehe nächster Artikel), zweitens würde die Busfahrt hierher etwa 26 Stunden durch gebirgige Straßen und somit sicherlich extreme Brechreize bedeuten und drittens konnten wir den einfachen Flug für jeweils 50 Euro ergattern, mussten also dementsprechend unsere Reisekasse nicht über Gebühr belasten). landeten wir abends, bei etwa 35 Grad und 85% Luftfeuchtigkeit in Cartagena de Indias, das wunderschön an der karibischen Küste Kolumbiens liegt (zur Info: Kolumbien besitzt zwei sehr reizvolle Küstenstücke – eines südlich von Panama, welches an den Pazifik grenzt, und eines nordöstlich von Panama, welches eben am karibischen Meer zu finden ist). Im Gegensatz zu den etwa 18 Grad, die noch in Bogota herrschten, eine krasse, aber durchaus willkommene Abwechslung. Nachdem wir hier abends unser Appartment (Wohnzimmer und zwei Schlafzimmer – herrlich) zu kolumbianischen Preisen in einem Einheimischenviertel vor den Toren der Altstadt bezogen und eine Pizza organisiert hatten, (die wir dann ob der Schwüle mindestbekleidet verspeisten)

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konnten wir am nächsten Morgen frischgestärkt und mit guten Tipps unseres „Vermieters“ der lustogerweise ein Zugeroaster aus Italien ist, in diese wunderschöne Altstadt – deren koloniales Erbe übrigens als UNESCO-Weltkulturerbe geschützt ist – aufbrechen.

Und siehe da: Cartagena de Indias macht ihrem Ruf alle Ehre! Nicht nur, dass sich hier die lateinamerikanische und die karibische Kultur und Lebensfreude aufs Trefflichste vereinen, auch die Anstrengungen, die unternommen wurden, um die koloniale Architektur zu erhalten, lassen uns ins Schwäremn geraten.
Nach einem entspannenden, aber auch sehr heißen Spaziergang vorbei an blauen, grünen, gelben Häusern mit üppiger Balkonbepflanzung

 

 

 

 

 

 

 

 

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stehen dann auch noch ein paar Touri-Aktionen auf dem Plan:

-Pablo-Escobar-Hut für Stephan kaufen (check)

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-Eine Kutschfahrt machen (check)

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– Den Sonnenuntergang von der Stadtmauer aus, im Café del Mar, genießen (check)

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Doch natürlich wollen wir daneben auch noch ein bisschen in das wahre  Leben hineinschnuppern, weshab wir ins“Espirito Sancto“, eine große Esshalle direkt hinter der Stadtmauer zum Futtern gehen, in der sich die Einheimischen mit den lokalen Spezialitäten „Metola de Queso“ und „Coche con Carne“ verlustieren. Und wie versprochen erhalten wir riesige Portionen dieser klassisch-cartagenesischen Spezialitäten – müssen uns jedoch eingestehen, das Experimentierfreude etwas Schönes ist, aber eben nicht immer zum ersehnten kulinarischen Genuss führt 😉 (Ich sage nur: Innereien…)

 

Am Nachmittag gehen wir zum Hafen, wo sich tausende Menschen versammelt haben, um sich ein Spektakel der anderen Art – gesponsert von einem bekannten österreichischen Brausehersteller – anzusehen: RedBull Cliff Diving.

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Zahlreiche kolumbianische Familien mit ihren Kindern bewundern

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die großteils aus Südamerika stammenden (übrigens sehr knackigen) Turmspringer, die sich in Pirouetten, Salti und was weiß ich von einem Turm direkt ins Hafenbecken stürzen. Ein leckerer Anblick, kann ich euch sagen!

Abends – nach dem Chill-out im Café del MAr – wollen wir dann unbedingt noch in einem der herrlichen Innenhöfe zu Abend speisen

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– aber genau jetzt fängt es zu regnen an, und weil man daran hier nicth gewöhnt ist, macht plötzlich alles dicht. Doch – ihr kennt uns ja – wir bleiben hartnäckig und und finden einen Innenhof, in dem wir in aller Ruhe – und in unserer Sturheit auch in aller Nässe – speisen können…

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Cartagena – die perfekte Kombination aus südamerikanischm Lebensgefühl  und karibischem Flair – was will man mehr?;-)

Bogota – Wir waren da!

Gerade sitzen wir am Flughafen, nachdem wir drei traumhafte Tage in Kolumbiens Hauptstadt Bogota verbracht haben. Glücklicherweise hatten wir ein kleines, von einer kolumbianischen sehr netten Familie geführtes Hostel direkt in der historischen Altstadt La Candelaria gefunden ( wen es interessiert: Hostal Buenavida) So konnten wir – nach einem ersten Schrecken in der Ankunftsnacht, wo uns einige zwielichtige Gestalten in den Weg hüpften – unsere zentrale Lage in vollen Zügen genießen und den Stadtteil mit seinen vielen bunten Häuschen, den kleinen Läden,

 

den vielen Fressbuden;-) und den pompösen Kirchen zu Fuß bei Tageslicht erwandern.

Sogar das imposante Regierngsviertel mit den Monumantalbauten war innerhalb kürzester Zeit zu erreichen.

Wie schon erwähnt, waren neben uns vor allem am Spätnachmittag und Abend wahnsinnig viele Studenten unterwegs, und so konnten wir einfach nach dem Motto „Go with the flow“ uns treiben lassen und hatten so auch die Möglichkeit, in kleinen Kneipen die typischen Studentengerichte und die Spezialität Ajiaco zu kosten.

 Selbstverständlich besuchten wir auch die Hauptsehens-würdigkeit der einstmals eher kleinen Stadt, die aber dann in den 80ern aufgrund der gewaltbedingten Landflucht auf geschätzte 10 Millionen Einwohner anschwoll: Das Museo del Oro, das dem wichtigsten aller Schätze, die der kolumbianische Boden – neben Silber und Kaffee, zu bieten hat, gewidmet ist,  und aus dem die indigenen Völker schon vor tausenden von Jahren herrliche Schmuckstücke und Ikonen schufen. In diesem Mueum sind alle Stücke, die nicht den gierigen Conquistadores in die Hände fielen und darob eingeschmolzen wurden, in einer beeindruckenden Ausstellung zu sehen.

Bei unseren Streifzügen durch die Innenstadt fiel uns dann etwas auf, was wir in den letzte Monaten und auch zuvor so noch nie bemerkt haben: In dieser riesigen Metropole kann man fast überall auf den Straßen laufen, da es fast gar keinen Verkehr – weder von Autos noch von Motorräderngibt. Bald fanden wir auch heraus, worin sich dieser Umstand begründet: Erstens haben die wenigsten  Einheimischen Autos – man fährt mit den „Mini-Bussen“, die hier total vollgequetscht unterwegs sind, und zweitens gibt es für die Rush Hour morgens und nachmittag ein Fahrverbot für alle Fahrzeuge, die keine besondere Erlaubnis haben.

Als wir uns so treiben ließen und dabei verschiedenste Köstlichkeiten kosteten (wir berichteten) und über dies und das plaudernd unser Spanisch aufpolierten, entschieden wir, dss wir das südamerikanische Temperament, wie es hier gelebt wird, durchaus genießen: Tagsüber wird fleißig gearbeitet (und das ist vollkommen ernst gemeint), abends gehen alle Menschen auf die Straße, ob alt, ob jung, ob reich, ob arm,  alle Lädchen und Kneipen drehen ihre Musik voll auf, und so schallen einem hier und dort bunte Rhythmen, zu denen man am liebsten seine Hüften schwingen würde, allerorten entgegen. Das könnten wir in Deutschland gerne übernehmen!

An unserem letzten Tag in dieser sehr außergewöhnlichen Metropole erklommen wir noch den höchsten Gipfel über der Stadt (die übrigens ohnehin schon  auf einer Höhe von 2800 Metern liegt)- allerdings mit der Gondel, weil wir bei der dünnen Luft hier so schon kaum aus dem Japsen herauskommen;-) Oben erwartete uns ein herrlicher Ausblick und die Chance, endlich ein Eindruck von der schieren Größe Bogotas zu bekommen.

Auch ein wunderschönes kleines Kloster, in dem gerade ein Gottesdienst abgehalten und in schönstem Sopran gesungen wurde, bereicherte unseren Bergtrip, bevor wir uns wehmütig an den Abstieg und direkt auf zum Flughafen machen mussten. Unterwegs konnten wir allerdings noch eine weitere Eigenheit Bogitas feststellen, von der wir in La Candelaria nur einen winzigen Ausschnitt sehen konnten: Überall in der Stadt gibt es großformatige und wirklich kraftvolle Wand-Kunstwerke, und somit gilt Bogota nicht umsonst auch als „Hauptstadt des Graffiti“.

Jedem, der einmal eine außergewöhnliche Großsstadt mit absolut einzigartigem Charme erleben will, dem empfehelen wir Bogota – denn wir waren wirklich da!

 

Kolumbien – Koloniale Kirchen, köstlicher Käse, knackige Kurven, kein Kidnapping (bis jetzt;-)

Jetzt sind wir ja erst einige wenige Tage in Kolumbien – aber wir sind alle drei bereits völlig gefangen von dieser absolut mitreissenden Kultur und dem Lebensgefühl, das in diesem Land herrscht. Egal, mit wem wir (radebrechend auf Spanisch) sprechen, jeder ist superherzlich und quatscht, so gut es eben geht, mit uns und hilft uns bei unseren Fragen, worum auch immer es gehen mag (Was heißt eigentlich Pömpel auf spanisch?;-) weiter. In Bogota, der riesigen Hauptstadt, und vor allem im dortigen historischen Stadtteil La Candeleria, das aufgrund der dort liegenden sieben Universitäten von jungen Studenten bevölkert ist,  begegnet man vielen strahlenden Gesichtern und in einem Mords-Tempo parlierenden Menschen, die uns Heußner-Frauen mit der Sprechgeschwindigkeit glatt abhängen könnten ( und das ist bekanntermaßen fast unmöglich;-). Außerdem – und das ist ja auch nicht ganz unwichtig – ist das Essen hier einfach himmlisch: Neben den uns bereits bekannten Empanadas (mein Favorit: mit Käse und Marmelade gefüllt- wie geil ist das denn???) gibt es sehr viele (zugegebenermaßen sehr fettige, aber vorzügliche) Backwaren aus Weizenmehl und Maismehl, und die für Bogota typische Kartoffelsuppe Ajaiaco hat es uns angetan. Aber auch Gerichte, die durchaus in Europa bekannt sind, werden hier mit einem gewissen Twist serviert: So isst man wahnsinnig gerne Barbecue mit einer selbstgemachten Zitronenlimonade und kleine Zitronenküchlein – ohje, ich mag gar nicht an die Waage denken – sowie einen Kartoffelauflauf, der aber aus vier verschiedenen Kartoffelsorten und mit ganzen, wenn auch winzigen Kartöffelchen zubereitet wird. Und Tomate und Mozzarelle – bei uns ja eigentlich als italiensiches Gericht bekannt, kann man auch bekommen – allerdings „Caliente“, was bedeutet, dass in diesem Fall der Mozzarella über den Tomaten leicht überbacken wird….Mjaaaaammmmmm… Überhaupt Eigentlich ist immer irgendetwas mit Käse überbacken – und wir lieben es alle! (Wie konnten wir in China nur monatelang ohne dieses köstliche Milchprodukt überleben????)
(Anmerkung von Ben-Bildeinfüger: Die Autorin hatte beim Verfassen dieser Zeilen wohl Hunger :-))

Trotz dieser doch recht nahrhaften Küche sind viele der Kolumbianer und vor allem Kolumbianerinnen, die uns begegnen, richtig schön schlank und trotzdem (also die weibliche Hälfte natürlich) schön kurvig – so attraktive Menschen!!!

Aber nicht nur die äußere Schönheit, auch die innere Schönheit – in diesem Falle Frömmigkeit – ist augenscheinlich – wir suchen mehrere Kirchen auf (übrigens- wie in Mexiko – mit die schönsten Kirchen, die wir je erblickt bzw. betreten haben) und in jedem Gotteshaus findet eine Messe statt – an einem Dienstagmorgen Ende April. Sehr beeindruckend!

 

Ihr werdet es jetzt sicher zwischen den Zeilen herausgelesen haben: Ja, wir sind große Kolumbien-Fans! Vor allem, da uns bislang auch wirklich noch niemand entführen wollte 😉 (die unbekannte Person auf oben stehendem Bild hat es erfolglos versucht)  Diese Befürchtungen wurden nämlich von Seiten einiger fleißiger Mitleser laut, als wir unsere nächsten Destinationen zu Hause bekanntgaben. Aber zum Einen halten wir uns wirklich an alle vom auswärtigen Amt vorgeschriebenen Sicherheitsregeln (keine Taxis von der Straße heranwinken, sondern nur an öffentlichen Taxi-Ständen oder telefonisch bestellen, Nachts nicht raus usw.) und zum Anderen ist deutlich zu spüren, dass die kolumbianische Regierung viel unternimmt um Sicherheit auszustrahlen. An allen öffentlichen Ecken stehen Polizisten, Soldaten oder zumindest private Sicherheitsdienste. (manchmal wird auch etwas übertrieben, wie nebenstehender Iron-Man-Verschnitt illustriert – diese Kampfmonturen lassen einem dann doch eher darüber grübeln, wann die Schießerei denn nun los geht). Dies ganz sicher auch um Kolumbien für den Tourismus weiter zu öffnen, wozu wir dieses liebenswerte Land nur ermuntern möchten, um den Wohlstand der Bevölkerung zu erhöhen, auch wenn dann die aktuelle Exklusivität etwas verschwinden wird.

Wie eingangs erwähnt, haben wir Kolumbien in unser Herz geschlossen, auch wenn so einige Hürden zu überwinden sind (English – nada; Flüge buchen bei kolumbianischer Airline – eine Katastrophe mit nicht kolumbianischer Kreditkarte; Straßen und Kanalisation – „ausbaufähig“). Wir wünschen Kolumbien auf diesem Wege alles Gute und freuen uns darauf dieses schöne Land in vielleicht 10 oder 20 Jahren wieder zu besuchen! Viva Colombia!

 

 

 

 

Mexico City – Pompöse Prachtpaläste, potente Polizeipräsenz und politische Pueblos 400

3 Stunden Autofahrt am Morgen, 8 Stunden LA, 7 Stunden Zeit am Flughafen verbracht, nachts um 23:30 Uhr in den Flieger Richtung Südamerika gestiegen, nach 6 Stunden Flug morgens um drei Uhr (Ortszeit 5 Uhr) in Mexico City gelandet –

BEN, STEPHAN und JULIA fix und fertig und todmüde…

Aber: 1. Wann ist man denn schon mal in Mexico City!?! und 2. Wer kann schon auf harten Steinbänken schlafen?!?

Also warten wir nicht mal mehr den Sonnenaufgang ab, sondern setzen uns noch im Dunkeln (obwohl man das ja in Mexiko eigentlich nicht machen soll, also sich bei Dunkelheit draußen rumtreiben) in den Bus Richtung Centro Historico und schaffen es sogar, ohne einzuschlafen dort anzukommen. Der Grund, neben den anregenden Bildern von draußen, von der schlafenden Riesenmetropole: An jeder Touri-Bushaltestelle steht ein bis an die Zähne bewaffneter Polizist, und selbst bei uns im Bus fährt ein Sicherheitsmann mit.

Wir treffen trotz – oder wohl gerade wegen -des extremen Polizeiaufgebotes sicher im historischen Stadtkern an

und gehen erst mal richtig schön mexikanisch frühstücken. Ben und ich haben Glück: Wir bekommen Eier und Nachos in Salsa, Stephan hat etwas Pech, da wir seine Speisenwahl nicht übersetzen konnten, bekommt er Brote mit Bohnenpaste serviert, verschlingt diese aber männlich-tapfer.

A propos übersetzen: Eigentlich sind wir ja ziemlich mutig, uns ohne gefestigte Spanischkenntnisse nach Lateinamerika aufzumachen, wo man bekanntermaßen kein Wort Englisch spricht. Aber schließlich hatte Stephan ja mal irgendwann in der Schule drei Jahre Unterricht in dieser Sprache (auch wenn er damit fast ebenso unangenehme Erinnerungen verknüpft wie ich mit Informatik) und ich habe die Zeit in Fidschi genutzt, um mir zumindest rudimentäre Kenntnisse der wichtigten Floskeln, Fragen, Grundverben und einige hundert Wörter Wortschatz anzueignen. Damit kommen wir – zwar mehr schlecht als recht, aber immerhin – über die Runden, und Ben ist froh, dass er uns dabei hat. Und das Schlimmste, was passieren kann, ist eben, das man etwas zu essen bekommt, was man gar nicht wollte, oder? (Scherz, wir sind uns der Risiken durchaus bewusst, werden aber vorsichtig sein und alle Sicherheitstipps beachten)

Nachdem die Sonne dann richtig aufgegangen ist, machen wir uns auf unsere große Stadttour in die noch ruhige Fußgängerzone,

 

vorbei an zahlreichen pittoresken Häusern mit wunderschönen Fassaden

und an Kirchen, die nicht nur jedem Katholiken den Atem stocken lassen. (Vor allem bei unserem lieben Ben, der vor lauter Ketzertum keine Luft in den geheiligten Hallen bekommt)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bald erreichen wir den Place de la Revolution, der von einer extrem überdimensionalen mexikanischen Flagge im Zentrum geschmückt wird und von allen Seiten von prachtvollen Gebäuden  und der Kathedrale umgeben ist.

Direkt hinter der Kathedrale – und somit in einem extrem reizvollen Kontrast – findet sich der Templo Mayor, der von den Azteken in mehreren Stufen gebaut wurde (in doppelter Hinsicht – als stufenförmige Pyramide und in mehreren Phasen unter mehreren Herrschern) und in den 70ern mitten in Mexiko City zufällig entdeckt wurde.

Dazu kann man auch noch ein Museum besichtigen, in dem zahlreiche Artefakte, die bei den Ausgrabungen gefunden wurden,  ausgestellt sind – von Statuen über Goldschmuck bis hin zu den Schädeln der Menschenopfer, die damals auf den Schreinen im Tempel dargebracht wurden.

Mitterweile am Ende unserer Aufmerksamkeitsspanne und unserer Wachmöglichkeiten angekommen, machen wir uns schlürfend auf den Rückweg zu unserer Bushaltestelle,

die direkt an einem großen Park liegt, um uns dort im Schatten eines Baumes in einer Wiese langzulegen und ein Nickerchen zu halten. Da hüpft uns aber ganz plötzlich der Torre Lationamericana in den Weg,

der einstmals (in den 50ern) eines der höchsten Gebäude der Welt war

und auf den man hochsteigen und den Blick auf Mexico City, angeblich die größte Agglomeration der Welt mit geschätzt 25 Millionen Einwohnern, genießen kann.

Am Rande des Adrenalintaumels fahren wir dann wieder hinunter und wollen noch die letzten Meter bis zu unserem heiß ersehnten Schlafplatz zurücklegen, als plötzlich laute südamerikanische Rhythmen ertönen und sich uns ein erstaunliches Bild bietet:

 

Vor dem Rathaus haben sich hunderte halbnackter Männer versammelt, die mit Plakaten und Transparenten gegen die Korruptionsfälle in Mexico protestieren. Gebannt und fasziniert sehen wir- und die riesige, von Polizisten in Schacht gehaltene Menschenmenge um uns herum,

einige Momente lang zu, wie die Männer zu den heißen Melodien tanzend demonstieren, bis wir sehen, dass auf der Straße, direkt zwischen den beiden Fahrstreifen, eine Reihe barbusiger Mädels stehen, die ebenfalls halbnackt mitdemonstrieren.

Hüften werden geschwungen, Brüste wiegen sich mehr oder weniger sanft hin und her, immer wieder werden Sprüche skandiert – kurz, es ist ein riesiges südamerikanisch-temperamentvolles Spektakel!


Sehr cool, auf diese Art und Weise Aufmerksamkeit für ein politisch brisantes Thema zu erregen, oder? Die Gruppe, die die ganze Aktion organisiert hat, heißt übriges Pueblos de 400, auch wenn sie aus mehr als 400 Menschen zu bestehen scheint.

Nach einer Viertelstunde reissen wir uns dann doch (nein nicht die Kleider vom Leibe, Julia konnte Stephan gerade noch zurückhalten mitzudemonstrieren) sondern von diesem Anblick politischen Nudismus los und gehen uns nach einem kurzen Fotostopp vor dem Palais des Bellas Artes

endlich, endlich auf einer Bank zusammenrollen und bieten so nebenbei den hießigen Anwohnern einen eher seltenen Anblick: Wer hat hier schon mal weiße Gammler im Park betrachten können – was für ein Tag in Mexico City!

 

 

 

 

 

Hollywood /LA- Wo Träume wahr werden?

Träume verschiedenster Art – von drittklassigen Schauspielern, von wichtigen Produzenten entdeckt zu werden, von Otto Normalverbraucher, reich und berühmt wie seine großen Vorbilder zu werden – und von uns? Na klar, ein Foto zusammen mit den Sternen von Russell Crowe und Kevin Costner zu machen;-)

oder – im Falle der Trekkies – vor den Namen von William Shatner und Patrick Stewart zu posieren;-)

oder auch mit „Shrek“, dem romantischen Oger;-)

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Der Hollywood-Boulevard ist genau so imposant und kitschig, wie man ihn sich vorstellt:

 

Am Boden hüpft man an Berühmtheiten verschiedenster Kategorien vorbei und freut sich über die ersten bekannten Namen wie irre

(echt bekloppte Touris: „Oh, guck mal! Michael Jackson!“ „Wow! (kreisch) Harrison Ford“ „Guck mal, wie klein die Hände von Arnold Schwarzenegger sind“..

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, während man, je weiter man den Hollywood-Boulevard hinunter läuft, immer apathischer wird und schließlich die hübschen, in das Trottoir eingelassenen Sternderl gar nicht mehr wahrnimmt.

Auf der Straße sind tausende Touristen,

einige Verrückte und viele, viele Superhelden unterwegs  wir haben sogar Spiderman auf dem Weg in die Arbeit getroffen;-)

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Auch das Chinese (Kodak) Theatre, in dem jährlich höchst feierlich die Oscars übergeben werden,

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glitzert und funkelt in höchster Pracht, und man hat sogar Gelegenheit, sich mit dem „Goldjungen“ fotografieren zu lassen;-)

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Nach einer leckeren Pizza mit Blick auf den HOLLYWOOD-Schriftzug (Ja!Ja!Ja!)

und einigem 20150421_101434Gepose

setzten wir uns wieder in unsere rote Rennsemmel ( die übrigens nur 5 Liter auf 100km verbraucht hat- ein Schätzchen – ich will ab sofort auch einen Mazda 2!)

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und starteten bei passendem Soundtrack („California“ von Phantom Planet, „Californication“ von den Red Hot Chilli Peppers, „Hollywood Hills“ von Sunrise Avenue, „California Girls“ von Katy Perry…) in die besagten Hügel und fanden dort – nach einer sehr kurvigen Fahrt den Mulholland Drive entlang – einen herrlichen Ausblick hinunter auf LA und die großen weißen Lettern …

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Zu guter Letzt – und sozusagen als Abschluss unserer kurzen LA-Tour – cruisten wir noch durch Beverly Hills, vorbei an zahllosen Villen (die leider gut versteckt hinter ihren Zäunen etc liegen, deshalb hier nur ein Foto einer „kleinen“ Villa;-)

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und hinunter zum Rodeo Drive, der nicht nur, aber auch durch die berühmte Popcorn-Romanze „Pretty Woman“ berühmt wurde.

Vorbei an vielen extrem glamourösen Designer-Läden ging es dann schließlich noch zum berühmten Hotel, in dem ein Großteil der Handlung besagten Filmes spielt – dem Regent Beverly Willure.

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Ein krönender Abschluss für unseren Hollywood-Glamour-Film-Tag, oder?

Malibu Beach – I´ll be there (oder: A tribute to Baywatch)

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Viele unserer jüngeren Leser werden sich vielleicht an diese kultige Serie, in der es neben der vordergründigen halbpsychologischen Abhandlung der Lebenslagen engagierter Rettungsschwimmer eigentlich nur darum ging, möglichst viele wippende Brüste und den behaarten Oberkörper von David „The Hoff“ Hasselhoff zu zeigen, nicht mehr erinnern. ABER: Für uns 80er-Kinder war dieser filmische Beitrag zu unserer Allgemeinbildung so prägend, dass wir selbst in unserer knappen Zeit hier an der Westküste unbedingt den berühmten Malibu Beach besuchen mussten…

Leider hatten wir nicht das passende Equipment bzw. Set dabei, sonst hätten wir uns ganz bestimmt auch im roten Badeanzug (Ben und Stephan) am Strand posierend gezeigt oder wären total cool im Rettungsmobil rumgeheizt (Julia) – so begnügten wir uns eben mit anderen lächerlichen Posen!

No comment;-)

California, Route 1 – Die schönste (Küsten-)Straße Amerikas

Nicht, dass gleich wieder alle nach der Route 66 schreien;-)

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Die Route 1 läuft direkt an der amerikanischen Pazifikküste entlang und gewährt einem so  herrliche Küstenblicke…

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Auf dem Weg nach Süden entdeckten wir so nicht nur traumhafte Klippen und Buchten, sondern auch eine riesige Seelöwenkolonie

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und frühlingsbunte Wildblumenwiesen.

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Auch in Big Sur hielten wir an, weil ich mal gelesen hatte, dass dies die schönste Stelle an der Route 1 sei – leider checkten wir es aber nicht und verpassten den Wasserfall, der direkt in einer Einbuchtung hinter dem Meer liegt. Nun ja;-)

Nach diesem Tag auf amerikanischen Straße

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n gönnten wir uns dann ein Abendessen auf amerikanischen Schienen – wir kehrten für Burrito und Burger nämlich in einen Zugwaggon, der zu einem stylishen Diner umgebaut war,

ein, und hatten Mordsspaß an der stilvollen Einrichtung und unserem eigenen 8-Mile-Gebaren…

Morgen: Letzter Tag USA!

San Francisco – If you´re going to San Francisco, be sure to wear some warm clothes in your hand

Nach unserem sehr testosteronlastigen Tag im Silicon Valley brachen wir noch am spätnachmittag nach San Francisco auf. Darauf freue ich mich schon seit Wochen! Eigentlich wollten wir ja mehrere Tage hier in „Frisco“ verbringen und dann in Ruhe die Route 1 hinunter nach LA fahren, doch durch unsere kleinen zeitlichen Planänderungen haben wir nun entschieden,  die West Coast der USA – die man ja problemlos auch noch in „reiferem“ Alter (und mit eventuell dann besser befüllter Urlaubskasse) bereisen kann – nur recht kurz, so als eine Art kleine Stippvisite, zu besuchen.

Gegen 16 Uhr erreichen wir dann auch San Francisco und fahren direkt zur Golden Gate Bridge – vorbei übrigens schon an den weltberühmten steilen Straßen und eng nebeneinander angeordneten schräg gebauten (bzw. gerade gebauten) Häusern.

An der ikonischen Brücke steigen wir aus – und frieren uns erst mal – bitte entschuldigt die Ausdrucksweise;-) – äh, den A…, also die Zehen ab.

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Krass – hier ist es ultraneblig und kalt, wo es nur 40 Meilen südlicher in San Jose noch 27 Grad und strahlend blauen Himmel hatte! Kurz hübsche Fotos gemacht dann schnellstmöglich zurück ins Auto, erst mal alle Winterklamotten angezogen, derer wir habhaft werden konnten, und zurück in den nebligen Wind, in die Eiseskälte.

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Die Golden Gate Bridge – auf uns bekannten Bildern ein knallrotes Monstrum vor blauem Himmel – versinkt bis zu den Masten im Nebel, so dass man ledigich den unteren Teil der Brücke wahrnehmen kann.

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Einerseits schade, andererseits aber auch sehr mysteris – und natürlich kein Grund, unsere Kameras nicht zum Vibrieren zu bringen.

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Direkt neben der Brücke befindet sich der historische Fort Park, durch den man hinunter zum Ufer der Bucht steigen kann – die Golden Gate Bridge überspannt schließlich Wasser;-) Von dort aus können wir die berüchtigte Gefängnisinsel „Alcatraz“ auf „The Rock“ sehen – die eingehendere Besichtigung muss allerdings dann irgendwann in ferner Zukunft erfolgen;-)

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Stattdessen fotografieren wir die beiden Seehunde, die laut grunzend auf sich aufmerksam und scheinbar Fisch von den Anglern abstauben wollen.

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Nachdem Stephan sich dann noch eingehend seinem neuesten Hobby, der Ornithologie (also Vögeln;-) gewidmet hat

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, dürfen wir endlich endlich zurück ins warme Auto und fahren weiter durch die Bay Area in großem Bogen in die Innenstadt von Frisco.

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Und siehe da – kaum entfernen wir uns von der Golden Gate Bridge, da reisst der Himmel  auf, und plötzlich strahlt die Sonne und präsentiert uns sehr sehr hübsche Ausblicke auf die glitzernden Brücken und die 1000 Brücken hier.

Bald erreichen wir auch San Francisco Zentrum und können dort in einer der belebten Straßen bummeln und futtern gehen – heute gibt es etwas echt Amerikanisches – Curry und Pad Mae Phong;-) (aber Burger kommen uns seit dem Fast Food-Zwang auf Hawaii leider aus den Ohren raus). Hier ist superviel los und die Atmosphäre spinnt einen richtig ein – sehr individualistisch gekleidete coole Typen, viele Straßenkünstler, erstaunlich wenig Hippies, aber viele Bettler begegnen einem hier auf der Straße…

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Leider müssen wir dann auch bald weiterfahren, um das teure Stadtzentru hinter uns zu lassen und eine Unterkunft in den Outskirts bzw am Highway zu suchen – aber wir kommen wieder, Frisco, versprochen!

West Coast – Nerd-Tag im Silicon Valley

So, nachdem ich mich jetzt mal ganz außerordentlich über ein paar Kleinigkeiten aufgeregt habe (nein, das war auch nicht hormonell bedingt!), geht es mir jetzt wieder „friedlich“, und ich konnte die letzten drei Tage, an denen wir im Schnelldurchlauf die Westküste der USA abgeklappert haben, so richtig genießen.

Nachdem wir am Flughafen in San Jose gelandet waren (okay, ich musste mich doch kurz aufregen – wenn man einen Mietwagen hier versichern und sich so gegen existenzielle Schäden schützen will, ist plötzlich keine Rede mehr von 25 Euros, da landet man ganz schnell bei 75 Euro -grrrr, diese Kapitalisten!)

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bezogen wir schnellstmöglich das billigste Motel der Gegend (oha, nochmals aufgeregt – in den letzten 6 Jahren scheinen die Motelpreise hier um etwa 40 Prozent gestiegen zu sein, unter 90 Dollar ist eigentlich nicht zu bekommen (jaja, und dazu noch der schlechte Euro-Kurs, ist klar) und schliefen wahnsinnig bequem in den schönen großen Betten.

Am Morgen starteten wir dann in einen „echten“ Nerd-Tag,im Silicon Valley, der vor allem Männerherzen höher schlagen, mich jedoch auch nicht kalt ließ: Wir fuhren erst zur Hauptzentrale von Intel ,

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dann ging es zu GOOGLE, auf den bekannten „Google-Campus“,  der ganz besonders bunt und „kreativitätsfördernd“ angelegt ist, um die Mitarbeiter in einer Wohlfühlatmosphäre zu Höchstleistungen anzuspornen.

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Sogar Google-Autos und Google-Fahrräder stehen dort überall herum,

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  (vielleicht liegt ja auch Stephans berufliche Zukunft bei Google – als Fahrrad-Monteur)

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und besondere Freude hatten wir an den kleinen bunten Statuen, die jeweils ein Betriebssystem von Android darstellen sollen…

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Nach der ausgiebigen Erkundung des Google-Geländes (mit insgesamt drei wehen Füßen- wir haben uns an den Korallen beim Schnorcheln ganz schön aufgeratscht) ging es dann noch zum NASA-Zentrum hier in Kalifornien, wo eine Minimini-Ausstellung zu deren Weltraumleistungen  besucht werden kann.

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Kein Vergleich natürlich zum Cape Canaveral,

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aber immerhin: Die Infrarotkamera hat uns drei Freaks viel Freude bereitet.

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 Dann wollten die Jungs unbedingt ins PC History Museum  – hört sich sehr spannend an, oder? Naja, ich fügte mich einfach in mein Schicksal, nachdem beide so extrem begeistert waren. Und es war auch ganz interessant- wenn ich auch nicht die gleiche Euphorie wie die beiden xy-Genom-ausgestatteten Wesen neben mir mustern konnte.

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Von antiken Abakus (oder Abaken?/oder Abaki/oder Abakussen??? Hier ist sogar der Herr Gymnasiallehre, der vertieft Germanistik studiert hat, überfragt)

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über altertümliche  Ataris, die vor allem Ben in maßlose Begeisterung versetzen („Wow! Den hatte ich auch! Den habe ich damals zu Nicks (?!) Kommunion bekommen!“) bis zu den modernen Handhelds und Tablets ist hier einfach alles zu finden, mit dem man maschinell Berechnungen verschiedenster Zusammenhänge vornehmen kann.

Doch das Allerspannendste finden wir im Vorführraum D-320: Hier berichten zwei Opis, die selbst Pioniere des Computegeschäftes waren, als diese Rechner noch ganze Zimmer einnahmen und mehrere Millionen Dollar kosteten,

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wie sie als Systemadministratoren immer nachts, wenn der eine Computer, den die Uni besaß,  mal für einige Stunden nicht von Professoren und Studis bestetzt war,

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an intelligenten Lochkartenprogrammen feilten und zu guter Letzt dem Monstrum dann Anfang der 60erJahre eine kleine Melodie entlocken sowie ein „krasses“ Computerspiel, bei dem man mit zwei Raketen aufeinander schießen kann, entwickelten.

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Echt krass, sich vorzustellen, dass man heute Abertausende  von Liedern auf einem winzigen Ipod speichern oder Spiele programmieren kann, die eine Real-Life- Optik haben, das man manchmal mehrmals hinsehen muss, bevor man erkennt, dass es sich um ein Computerspiel ud nicht um einen Spielfilm handelt…

Zu guter Letzt widmen wir uns dann noch den Programmiersprachen, die mir – vor allem Delphi und Turbopascal, aufgrund meiner traumatischen Informatik-Erfahrungen in der Mittelstufe – den kalten Angstschweiß auf die Stirn treten, Ben aber nur triumphierend grinsen lassen (“ Also, siehst du, wie sich zum Beispiel JavaScript entwickelt hat …Nerdblabla“)

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Aber wer weiß, vielleicht trägt ja dieser Nerd-Tag  dazu bei, dass mein von ignoranten Mathematiklehrern im Keim ersticktes  Interesse für Technik und Programmieren doch noch „aufflammt“…;-)

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Hawaii und Westcoast USA – Ami-Aufregung

Es tut mir leid, es tut mir leid, aber ich musste mich in den letzten Tagen so über die Amis aufregen, dass ich das jetzt hier einfach mal kundtun muss („Lass es raus, böng!“):
Erster Punkt – Wir in Pearl Harbour – wahrscheinlich nur ein Mal in unserem Leben. Ankunft 12 Uhr mittags nach langer Busfahrt, dort dann aber die Auskunft: „Die nächste Tour, für die Plätze auf der USS Arizona frei sind, geht erst wieder um 14:15 Uhr!“ „Können wir vorher noch die USS Minnesota besuchen?“ „Nein, dafür braucht man mindestens 2 Stunden, das knnen Sie nicht schaffen, und deshalb verkaufen wir Ihnen auch keine Tickets mehr!“ „In Ordnung… Und danach?“ „Nein, nach ihrer Tour auf der Arizona geht das auch nicht mehr, wir schließen um 17 Uhr, und der Besuch der Arizona dauert mindestens 1,5 Stunden!“ WAAAAAS? Können wir das nicht selber entscheiden, ob wir das eventuell 10 Minuten schneller schaffen als der durchschnittliche Amerikaner? Nein, wir bekommen tatsächlich kein Ticket verkauft. Na gut, ist ja noch hinzunehmen.
Wir besichtigen noch das vorhandene Kriegs-U-Boot (wir berichteten), und stehen pünktlich um 14 Uhr bereit, denn man muss auch früher da sein, weshalb auch immer. Um 14:15 Uhr startet der Dokumentationsfilm, der wirklich gut gemacht ist und etwa 25 Minuten dauert, dann sollen wir auf das Memorial, das über dem Wrack der USS Arizona gebaut wurde, dürfen. „So sorry, but the memorial has just closed down because of the dangerous weather. Please come back another day!“
WHAAAAAAAT????!!!! Dangerous weather? Die Sonne scheint, der Himmel ist blau, es gibt ein bisschen Wind – und deshalb dürfen wir nicht etwa 250 Meter per Schiff zurücklegen, um zu dem Memorial zu gelangen? Wir sind eindeutig nicht die einzigen, die darüber mehr als empört sind – viele Amerikaner haben ja selbst nur sehr wenige Tage Urlaub und darum auch nicht wirklich die Chance, an einem anderen Tag wiederzukommen. Aus Pietätsgründen verzichten wir auf einen mittelgroßen Aufstand un verlassen Pearl Harbour nach dem ausgiebigen Besuch des ( ansprechenden, aber recht kleinen) Museums.

Zweiter Punkt – Wir in der Hanauma Bay, extra früh aufgestanden, um Morgens schon losschnorcheln zu können. Ankunft an der Kasse 09:41 Uhr. Ein Info-Film, den jeder Gast ansehen muss (wieder typisch Amis) startet um 09:45 Uhr und einer um 10 Uhr und so weiter. Wir: „Können wir Tickets für 09:45 bekommen?“ „Nein, das ist schon in drei Minuten, das können sie nicht schaffen!“Na toll – warten wir also noch 15 Minuten und dann schauen wir noch 15 Minuten diesen bescheuerten Film, bevor wir ins Wasser dürfen – so viel zu Zeitverbrennung und Autonomie…

Dritter Punkt – Stephan und Ben wollen eine Zigarette rauchen. Nicht, dass ich das unterstützen würde- aber ok, jedem das Seine. Das denkt ihr auch? Tja, hier denkt man das nicht! An jeder Bushaltestelle (=im Freien), in jedem Park (=im Freien), ja selbst in der Open-Air-Mall (=im Freien) am Strand (=im Freien) überall ist das Rauchen verboten. Geht´s noch? Jetzt habe ich zwei greinende Bengel an der Backe, die dirngend ihren Stoff brauchen und ihn einfach nirgendwo zu sich nehmen können – eine extreme Diskriminierung von Rauchern, die sich übrigens auch in den krassen Preisen und den komplizierten Bezugswegen für Zigaretten niederschlägt. Nochmals: ich bin bestimmt als Nichtraucherin keine Anhängerin der gesundheitsgefährdenden Glimmstengel – aber diese Art der persönlichen Bevormundung und Diskriminiderung geht zu weit!

Vierter Punkt – Alkohol. Wie ja jeder weiß, trinke ich nur an hohen Feiertagen oder wenn ich vor einer Weltreise meine Aufregung in den Griff kriegen muss ;-), also wirklich eher selten…. An unserem letzten Abend in Hawaii wollten wir schön bei Red Lobster essen und dort den von der letzten Reise bekannten „Three Berry Sangria“ dazu genießen. Ich gebe also bei der jungen Kellnerin meine Bestellung auf, und sie grinst mich an und meint: „ You want to drink alcohol, I need to see your ID please!“ Ich wundere mich, denke mir aber: „Ok, sehr schmeichelhaft, ich sehe wohl ohne Make up aus wie unter 21, was soll´s?“ Natürlich hab ich in Schlappen und Kleid keinen Perso dabei. Also bitte ich Stephan, für mich zu bestellen, der schaut ja mindestens so alt aus, wie er ist (mindestens;-). Er bestellt, sie grinst ihn an: „I first need to see your ID!“ Jetzt wird es ärgerlich! Will die uns auf den Arm nehmen? Sie kann doch nicht wirklich glauben, dass Stephan noch nicht 21 ist und deshalb keinen so „harten“ Stoff wie SANGRIA bestellen darf????!!!!! Wir regen uns auf und wünschen, den Manager zu sprechen. Der kommt und klärt die Sache auf – jeder, der nicht beweisen kann, dass er 37 (!) ist, kriegt keinen Tropfen Alkohol, und sei es auch nur ein Bier. Ben und Stephan bieten an, ihre Pässe, die sie in der Cloud haben, online aufzurufen und ihm so ihre ID zu zeigen und zu beweisen, dass sie beide schon fast 32 sind. „No, sorry“, sagt der gute Mann, „I need to have it in my hands.. So, can I bring you a soda?“ NO! Wir gehen, und ich rege mich auf dem ganzen Weg zurück in die Stadt tierisch auf – nicht, weil ich so dringend den Alkohol bräuchte, sindern weil diese Regelung doch absolut hirnrissig ist!!!
An dieser Stelle übrigens interessant zu erwähnen, ist, dass wir in der Bar, die wir danach aufsuchen, Cocktails bekommen, ohne auch nur nach dem Alter gefragt zu werden bzw. ohne überhaupt dabei hinterfragt zu werden. Wie schwer konnte das also sein?
Und das soll das Land der unbegrenzten Möglichkeiten sein? Ich lache – hier darf man weder rauchen, noch saufen, noch f***** wie man will! (Ich verweise auf Gesetze bezüglich verbotener sexueller Praktiken, die beispielsweise in Alabama und Texas gelten) Ja, selbst die Ernährung wird jetzt genauestens überwacht – aber leider nicht im positiven Sinne: Anstelle dafür zu sorgen, dass jeder Staatsbürger sich zumindest ab und zu mal frische Lebensmittel im Supermarkt leisten kann, soll es jetzt prinzipiell keine großen Getränkebecher mehr geben, um die Menschen vor sich selbst zu schützen und das Gewichtsproblem in den Griff zu kriegen – äh, hallo? Darf man dann auch keinen XL-Becher Wasser mehr bestellen, aber trotzdem ein XXXL-Burger-Menü? Ich bin einfach fassungslos über die Art und Weise, wie hier die Mündigkeit der Menschen in Frage gestellt und alles bis ins Kleinste durchreglementiert wird – das hätte den Deutschen Mitte des letzten jahrhunderts  wohl auch gefallen…