Archiv der Kategorie: Japan

Big in Japan

… bezieht sich hier erstens auf „Big“ als „beliebt“, aber auch im Sinne von „groß/hoch“.

Wir haben heute die luftigen Gefilde von Tokyo erkunden dürfen.

Zuerst besuchten wir den Sensoji-Schrein im Herzen des Stadtteils Asakusa – und konnten so sozusagen die göttliche Perspektive („big“ im Sinne „von oben“) einnehmen. Besonders interessant war hierbei, zu sehen, dass trotz der Touristenhorden (asiatisch und europäisch) ganz normale Gottesdienste gehalten werden und die Gläubigen dabei singen und trommeln.

Danach ging es – zu Fuß natürlich, die vielen Reis- und Nudel-Kalorien müssen schließlich verbrannt werden – zum Tokyo SkyTree, dem zweithöchsten Bauwerk der Welt nach dem Burj al Arab. Da dieser erstens von unten aber nicht wirklich spektakulär aussieht und zweitens das Wetter nicht besonders ausblickfreundlich (=dunstig und wolkig) und drittens der Eintrittspreis sehr hoch und viertens eine andere Aussichtsplattform umsonst zu haben war, entschieden wir uns dafür, diesen nicht zu besteigen, sondern den Blick nach oben zu genießen.

Gleich darauf machten wir uns dann auf den Weg zum Regierungsgebäude,

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wo es zwei Observatories im 45. Stock gibt, von denen aus man die Stadt Tokyo, die anderen Türme ( SkyTree und Tokyo Tower) und mit etwas Glück sogar den berühmten Mount Fuji, das Wahrzeichen Japans („big“ in Japan!) betrachten kann. Und tatsächlich: Wir erreichten die Panorama-Fenster genau zur rechten Zeit, als man nämlich den orange-pinken Sonnenuntergang sehen konnte.

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Tagsüber war der Fuji wegen der dichten Wolken – so sagte man uns – nicht zu sehen gewesen, aber jetzt, im Abendglühen, konnte man deutlich seine Kegelform im Gegenlicht erkennen! YES!

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Und auch der Blick auf die Metropole war natürlich nicht zu unterschätzen…

Zu guter Letzt und sozusagen als Krönung unseres „Big in Japan“ -Tages wollten wir noch in die Skybar des Park Hyatt (52. Stock), um dort wie Bill Murray und Scarlett Johansson einen Absacker zu nehmen. Wir fuhren also im superchicen Aufzug mit zwei Mal Umsteigen in besagte Bar – setzten uns – genossen einen kurzen Blick auf das Ambiente, die Aussicht und die Getränkekarte – und zogen dann möglichst schnell und möglichst unauffällig von dannen.

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Bei den Preisen hier fühlt man sich gleich wieder wie ein kleines Würstle, und wir entschieden, für das gesparte Geld (35 Euro) lieber eine Woche Luxus ( Unterkunft und Essen! ( 45 Euro) in Indien zu finanzieren.

Stattdessen suchten wir uns eine andere nette Sitzgelegenheit im Park Hyatt und eröffneten unsere eigene SkyBar mit mitgebrachtem Mineralwasser und eigenem Ausblick auf die Lichter der Großstadt – unbezahlbar…

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Japanische Klassiker

Woran denkt man, wenn man an Japan denkt?

Ihr habt fünf Sekunden Zeit für dieses kleine, aber feine Assoziationsspiel.

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Ok,

ich tippe mal, rausgekommen ist:

Sushi, Inseln, Meer, Tempel, Geisha, Klos?

Super, denn genau das haben wir alles gestern gesehen ( also die Inseln nicht, aber wenn man am Meer ist, dann merkt man das ja fast von selbst;-)

1. Sushi:

Haben wir an dieser Stelle schon als „To-go-Variante“ erwähnt. ABER: Jetzt haben wir etwas noch viel cooleres mit Sushi gemacht – wir waren in einem vollautomatischen Sushi-Restaurant, bei dem man sich an lange Tische vor Fließbänder setzen und dann an einem kleinen Monitor genau das Suhi auswählen kann, das man möchte. Also fix auf Maki und Shrimp-Nigiri getippt, und etwa 2 Minuten später wird der Sushi-Teller per Fließband direkt vor die eigene Nase „geschickt“. Man nimmt sich das Tellerchen herunter und per Knopfdruck schickt man dann das dazugehörige Tablett wieder zurück in die Küche. Ganz am Ende des Abends ( nach zusammen etwa 20 Portionen Super-Sushi) zahlt man dann das, was über die Tischnummer im Computer gespeichert wurde. Gestern waren es 14 Euro, und das für diese Mengen! Wir sind begeistert, insbesondere, weil wir die nächsten Wochen wohl nichts Rohes mehr anrühren werden (können).

2. Meer:

Gestern sind wir nach Kamakura, ein kleines Vorstädtchen der Millionenstadt Tokyo,  gefahren – eigentlich, um dort einen auf Kultur zu machen und japanische Tempel und Schreine ( siehe TOP3) zu besichtigen. Aber zu unserer Freude konnten wir ziemlich bald feststellen, dass Kamakura direkt am Pazifik liegt und ob der Brandung ein echtes Surferparadies ist!
IMG_4184 IMG_4169Natürlich machten wir gleich einen romantischen Spaziergang am Strand entlang,
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der nicht nur einmal mit lautem Kreischen unterbrochen werden musste, um sich schnell vor den rasant heranschießenden Wellen in Sicherheit zu bringen ( Wir haben ja nur ein Paar Schuhe dabei, die dürfen echt nicht meeresnass werden;-)
IMG_4195 IMG_4186Ganz nebenbei haben wir die schönsten Muscheln gefunden, die mir in meinem laaaangen Leben ( schließlich werde ich bald 30!) in freier Wildbahn jemals untergekommen sind – diese liegen hier einfach so am Strand herum – wahrscheinlich in so extremer Zahl, weil ja letzte Woche ein recht immenser Taifun Japan heimgesucht und auch ansonsten einiges an Unterwassergetier und Unrat an den Strand gespült hat…
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Unser Glück übrigens, dass wir Montag direkt nach dem Taifun in Japan angereist sind ( Unser Linienflug, der täglich von Manila aus startet, wurde direkt einen Tag zuvor wegen des Wetters gestrichen) und morgen das Land schon wieder verlassen, bevor am Sonntag der nächste Regensturm Japan durchschüttelt…

3. Tempel:

Japp, gibt es hier auch, und zwar ganz andere, als wir es jetzt aus China und auch der Mongolei gewöhnt waren. Der Hasenade-Tempel, den wir in Kamakura besichtigten, liegt erstens in einem wunderschönen japanischen Garten

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und beherbergt zweitens eine flache unterirdische Grotte,

in der zahlreiche Buddhastatuen ausgestellt sind und in der man Kerzen entzünden kann.

Gleich in der Nähe dieses Tempels steht die (welt?-) berühmte Buddha-Statue Daibutsu, die aus Bronze gefertigt ist und einen recht imposanten Eindruck macht –

insbesondere, wenn man dann in ihr Inneres geklettert ist, um sich von der hochentwickelten Technik zu überzeugen, die schon im Jahre 1252 bei der Errichtung dieses Bildnisses verwendet wurde…

4. Geisha

.. und das trifft sogar in zweifacher Hinsicht zu:

a) Wir waren in einem ehemaligen Geisha-Viertel spazieren -viele kleine Häuser und Gärten zeugen, wenn auch nicht von der Geisha-Kultur, so doch zumindest von einer authentischen  japanischen Wohn- und Gartenkultur abseits des Großstadtlebens in Tokio

b)Sind uns tatsächlich zwei Geishas über den Weg gelaufen – und wir meinen nicht einfach Frauen im Kimono, die sieht man hier nämlich häufiger, sondern tatsächlich Geishas mit weiß geschminktem Gesicht und eng gebundenem Gang. Wir vermuten, es handelt sich hier um Damen aus der Gastronomie oder dem „Unterhaltungsgewerbe“, aber wer weiß?

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5. Toiletten

Ok, das ist euch wahrscheinlich bei dem kleinen Assoziationsspiel nicht eingefallen, aber:

Japan hat nachgewiesener- und prämiertermaßen die besten Toiletten der Welt, wovon wir uns selbst überzeugen konnten:

Die öffentlichen Toiletten sind stets frisch geputzt und überall steht zusätzlich zur Seife auch Desinfektionsspray bereit. Aber das beste sind die Toiletten selbst: Man kann nicht nur unterschiedliche Funktionen wählen ( z.B. eine Bidetfunktion, hier „Shower“ genannt) sondern auch zwischen drei unterschiedlichen Stufen der Klobeheizung wählen. Wahnsinn, was für ein Unterschied zu den Löchern im chinesischen Boden!

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Hier könnte sich sogar Deutschland mal ein Wässerchen abschöpfen…

 

 

 

 

 

Tokyo – Lost in Metrostation

… eine kleine Anspielung an den Film „Lost in Translation“ – wer hat ihn gesehen? – den Stephan und ich jahrelang als absoluten Klassiker des “ ich-schlaf-nach 37-Sekunden-ein-DVD-Abend-Films“ einschätzten.
Doch mit der nun sehr neuen Perspektive auf die japanische und insbesondere Tokyoter Kultur: Der Film fängt viel Realität, wenn auch etwas dialoglastig – ein.

Film-Facts, die wir tatsächlich so bestätigen können:

1. Viele Japaner können tatsächlich kein r aussprechen – lustig, eigentlich sagt man das ja tatsächlich den Chinesen nach, da ist uns dieses Phänomen aber überhaupt nicht aufgefallen

2. Die Menschen hier sind superhöflich, helfen einem gerne weiter und verbeugen sich immer wieder – insbesondere an Service-Stellen.

3. Wenn man weiterhilft, aber kein Wort Englisch spricht, dann quatscht man den Fremdling einfach einige Minuten auf japanisch voll, um den Weg zu erklären – irgendwann muss es ja „klick“ machen und der andere spricht plötzlich diese vollkommen fremde Sprache.

4. Karaoke ist in – aber leider, leider, wie im Film gezeigt, nur in Privaträumen in kleinen Gruppen, und wir haben einstimmig entschieden, dass 2 Menschen dann doch eine zuu kleine Gruppe für diese Art Spaß sind ( in der Kombo können wir auch zu Hause vor dem Fernseher singen)

5. Die riesige Kreuzung in Shibuya ist tasächlich einen Besuch wert, und die Überquerung der vielen Zebrastreifen katapultiert einen mitten in riesige Menschenmengen

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( plus: Man(n) kann alle Zebrastreifen in einer Grünphase überqueren – es kommt nur auf das richtige Tempo ( in Stephans Fall: Höchstgeschwindigkeit im Rennen) an)

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Übrigens: Das Treiben auf dieser mit 5 Zebrastreifen ausgestatteten Kreuzung kann man am besten bei einem Chai Latte vom StarBucks im ersten Stock beobachten und dabei wirklich viel Zeit verbringen:

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6. Japanisches Essen ist nicht nur Sushi! Auch wenn das hier wirklich lecker und günstig  ist und auch im Vorbeigehen am Straßenrand verzehrt werden kann.

Aber wir haben noch andere Köstlichkeiten entdeckt, weshalb unser Japan-Aufenthalt  unseren Abnehmerfolgen extrem abträglich scheint: Nudelsuppen, köstliche japanische Maultaschen, saftige Fleischstücke in Tempura-Mantel – ja,ja,ja!

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Und dazu haben unsere japanischen Mitbürger auch noch eine Vorliebe für die italienische und französische Küche, überall gibt es Trattorias mit Pizza und Pasta und französische Bäckereien mit Baguette und Pain-au-Chocolat – ich will hier nimmer weg!IMG_20141007_143215

7.  Den Luxus im Grand Hyatt-Hotel, den sich Bill Murray und Scarlett Johansson leisten, kann in Wirklichkeit niemand bezahlen – Tokyo ist eine der teuersten Städte der Welt, und wir haben uns wirklich sehr sehr schwer getan, eine Unterkunft – weit draußen im U-Bahn-Netz unter 50 Euro zu finden… Seufz… Wir hatten sogar über die hier so beliebten Kapselhotels nachgedacht, aber die kosten auch gerne mal 25 Euro pro Nacht pro Mann, und da müsste man dann ganz alleine auf etwa 1,5 Qm schlafen…

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Nee, nix für uns… Ich tröste mich einfach damit, dss wir ja aus gutem Grund nur 5 Tage da sind und Indien hoffentlich alles wieder rausreißen wird;-)

Aber immerhin: Auch hier bekommt man japanische Schlafhemden und Hausschuhe zur Verfügung gestellt, sehr bequem, und Gott sei Dank gibt es richtige Betten, die klassischen Futons hätten meinem Rückn bestimmt den Rest gegeben:

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8. Die Hauptdarsteller im Film haben einige recht explizite Begegnungen mit dem erotischen Teil Tokyos – was ja insbesondere für die US-Amerikaner sehr schockierend sein muss. Aber tatsächlich ist Sex hier allgegenwärtig – insbesondere im Geek-Viertel Akihabara, der Electric-City.

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Kaum betritt man eines der „Kaufhäuser“ ist man mittendrin im Manga-Anime-(Alp-)Traumland, und nach wenigen Schritten ins Innere steht man dann direkt vor Heftchen und Filmen, die Comic-Erotik ersten Grades verheißen…

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Teilweise wirklich heftig und für mich, die ich ja wirklich nicht prüde bin, doch ein wenig schockierend. Besonders frappierend sind die Männer aller Altersstufen, die im kompletten Comic-Outfit vor den Bildschirmen stehen und den Abenteuern mit einer Intensität folgen, dass einem die echten Frauen hier fast ein wenig leid tun…

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Aber vielleicht kennen die ja diese Vorlieben und können da anders und viel lockerer damit umgehen, wer weiß?

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Dies kommt vielleicht auch daher, dass die Japaner verpixelte Genitalien haben – festzustellen war das bei allen „realen“ Filmchen, über die wir hier gestolpert sind. Insofern ist diese Theorie durch die momentane Absenz von Gegenbeweisen für valid erklärt;-)

Zur Beruhigung: Es gibt natürlich auch andere Aspekte dieser Comic-Pop-Kultur, die weniger jugendgefährdend sind: Natürlich sind alle Comic-Stars auch als Figürchen zu haben, und so finden sich neben klassischen Manga-Figuren auch Power-Rangers und Filmstars wie Indiana Jones oder auch die Darsteller großer Fernseh- und Kinoproduktionen ( Star Wars, Lost, Game of Thrones, Twilight, Hunger Games etc) in plastischer Reinkarnation wieder. (@Martina: Gale war wohl ausverkauft, und Peeta wollte wieder keiner haben;-)

Ach ja: Auch echte Laserschwerter sind hier natürlich zu haben –

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neben ganzen Regalen voller Softair-Waffen, für die es in Japan anscheinend keine Beschränkungen gibt, und echt heftigem Armee-Zubehör ( Fake-Mörsergranaten, kugelsichere Westen, etc…)

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9. Scarlett Johansson und Bill Murray rennen gemeinsam durch eine Spielhalle, in der es laut zugeht und einige Jugendliche extrem großen Spaß an Spielautomaten haben – im echten Leben gibt es noch viel mehr Automaten, viel mehr Spielmöglichkeiten, und ja: Man kommt echt ins Schwitzen, wenn man versucht, Bälle am Bildschrimrand abzuwehren, Schlagzeug zu spielen oder die neueste Choreographie eines japanischen Songs auf einem Dance-Borad auszuprobieren.

In Europa macht man das halt zu Hause, auf der eigenen Wii oder PS, hier in aller Öffentlichkeit in einer der riesigen Spielhallen. All das spielt sich allerdings immer nur im „harmlosen“ Erdgeschoss ab. Sobald man eine Treppe weiter nach oben kommt, wird es extrem: Es gibt keine Fenster mehr in den Spielhallen, und die Menschen sitzen in langen Reihen dichtgedrängt vor den Spielmaschinen und zwar in einer Atmosphäre und Lautstärke, die für sie anscheinend keine Rolle spielt, für mich aber unerträglich war und – hätte ich als Folter darin mehrere Minuten verbringen müssen – ich anschließend alles zugegeben, was man mir vorgeworfen hätte.

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SCHRECKLICH! Und ich dachte immer, als Grundschullehrerin ist man einiges an Lärm gewöhnt…

10. Bei den Straßenaufnahmen Tokios fallen einige als Schulmädchen gekleidete Passantinnen auf – dies ist keine Ausnahme, sondern viel mehr die Regel. ich glaube, ich war eine der wenigen Frauen, die die letzten Tage in Hose und Shirt und nicht in Kniestrümpfen mit passendem Mini-Rock unterwegs waren. Klar gibt es auch „echte“ Schulmädchen ( die sind übrigens total süß, sogar mit einheitlichen Schultäschen) und einige Grauzonen-Fälle, bei denen man vom Alter her nicht sagen konnte, ob es wirklich eine Schuluniform ist oder nicht, aber spätestens ab einem Alter von 25 Jahren ist es dann eindeutig eine Geschmacksfrage und kein von der Regierung erlassener Kleidungsstil…

Noch viel krasser fanden wir allerdings die zahlreichen Foto-Boothes, wo die jungen Mädchen sich für etwas Geld als „echte“ Schulmädchen, Hausmädchen, Comicstar oder ähnliches verkleiden und dann total aufgestylt Fotos von sich machen können – jeden Tag des Jahres, unabhängig von Fasching, Halloween oder sonstigen Anlässen, die ansonsten mit Verkleiden einher gehen.

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Nichtsdestotrotz musste ich das natürlich auch mal ausprobieren mit dem Verkleiden, um eine Kultur zu verstehen, muss man schließlich auch eintauchen:

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Dazu passt auch der Trend der so genannten Maiden Cafés, in denen als junge Schul- bzw. Dienstmädchen verkleidete Damen total überteuerte Speisen und Getränke anbieten und vielleicht das ein oder andere gekicherte Tänzchen hinlegen….

Übrigens: Lost in METROSTATION hat auch einen tieferen Hintergrund: Das Ubahn-Netz in dieser Stadt ist so groß und unübersichtlich, dass sogar wir, die wir immerhin in den letzten Wochen mit gar nicht zu entziffernden chinesischen U-Bahn-Plänen zu tun hatten, zunächst mal nicht den blassesten Schimmer hatten, wie und wo es lang  geht und was das eigentlich kosten soll.

Tokyo_metro_MapAber: Mit einer kleinen App und ein bisschen Übung geht es dann schon viel besser, und: Man kommt tatsächlich mit dem ein oder anderen Umsteigen per Bahn überallhin, wo man hinmöchte – das ist in dieser 9-Millionen-Metropole doch durchaus begrüßenswert! Außerdem sind die Japaner absolut ordentliche U-Bahn-Fahrer: Die Metrostationen sind zwar riesig und unübersichtlich, aber: Sie stellen sich richtig an, fahren auf der Rolltreppe auf der richtigen Seite etc-

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das einzige, was sie anscheinend nicht lassen können, ist das Upskirten, also das Unter-den Rock-Fotografieren beim bergan fahren:

IMG_20141008_111159Neben den oben aufgezählten sehr interessanten Aspekten der japanischen Kultur haben wir noch einige andere wichtige Entdeckungen gemacht:

– Man mag keine Schuhe! Ehrlich, man muss sie nicht nur vor Eingangstüren zu Wohnhäusern und Hotelzimmern ausziehen, man darf zum Beispiel auch nicht mit Schuhen in Umkleidekabinen treten.

– Tokyo wird nicht umsonst die Stadt der Mode genannt:  Viele Menschen hier tragen absolut stylishe und individuelle Outfits, die sowohl mich als auch den ansonsten eher modemuffligen Stephan begeisterten und zu einer wahren Styling-Orgie in einem riesigen unterirdischen Second-Hand-Kaufhaus begeisterten ( leider blieb es beim Stylen, ohne Kaufen, alles immer noch viieeel zu teuer bzw. vieeel zu klein ( hier sind wieder alle etwa 20 Zentimeter kleiner und 50% leichter als wir;-)

– Die Comic-Szene lebt – und Stephan musste sich natürlich auch gleich in einer japanischen Comic-Karikatur verewigen lassen… Irgendwie ist es schon schade, dass er dieses Jahr nicht den Nikolaus gibt, die Ähnlichkeit wird immer frappierender;-)

– Man steht hier scheinbar auf schwarze Burgerbrötchen – müssen wir uns noch überwinden und ausprobieren…

Mal sehen, was die nächsten Tage in Nippon noch so an Entdeckungen bereithalten… Arrigato fürs Mitlesen!